
Die Schulpsychologinnen Nadja Pfirrmann und Annette Schneider arbeiten an der Gottlieb-Daimler-Schule 2 in Sindelfingen. Wenn Schüler mit dem Lern- und Leistungsdruck nicht mehr zurecht kommen, sind sie die Ansprechpartner. Die SZ/BZ-Jugendredaktion hat mit ihnen über den Stress in der Schule gesprochen.
Ist der Schuldruck wirklich so hoch geworden?
Annette Schneider: „Ja, der Schuldruck ist gestiegen, da die Anzahl der Ausbildungsstellen gesunken ist und daher der Wettbewerb steigt. Besonders geringer qualifizierte Schüler werden es auf dem Arbeitsmarkt schwer haben. Dieser gestiegene Leistungsdruck führt bei den Schülern oft zu Widerwillen, da sie denken, dass sie später sowieso keine Chancen haben werden.“
Gibt es Ihrer Meinung nach genügend Betreuer und Ansprechpartner an den Schulen?
Nadja Pfirrmann: „Ja, auch die Lehrer, insbesondere die Klassenlehrer, sind geeignete Ansprechpartner, wenn es um den Umgang mit Schulstress geht. Sonst stehen natürlich Schulpsychologen oder speziell ausgebildete Beratungslehrer zur Verfügung.“
Kommen häufig Schüler zu Ihnen, die unter Schulstress leiden, und was unternehmen Sie dagegen?
Annette Schneider: „Eher selten, und das finden wir schade, da das Angebot und die Ansprechpartner ja da sind. Wir würden uns wünschen, dass mehr Schüler sich ein Herz fassen und zu uns kommen. Wenn dies der Fall ist, versuchen wir zunächst möglichst präzise herauszufinden, welche Ursachen der Schulstress hat. Dies könnten beispielsweise zu hohe Leistungsansprüche seitens der Eltern sein oder Lernprobleme des Schülers. Anschließend denken wir gemeinsam mit dem Schüler über die Entlastungsmöglichkeiten nach.“
Was raten Sie den Schülern die unter Schulstress leiden?
Nadja Pfirrmann (Bild: z): „Wir raten den Schülern, ihre Gefühle ernst zu nehmen und rechtzeitig zu handeln. Sie sollten überlegen, welcher Person sie nahestehen, der sie ihr Problem anvertrauen können.“
Robert Strigl